

ErlöseWozu brauchen wir die Erlöse?An erster Stelle sind da die Kosten zu nennen, die uns durch die Unterhaltung, Pflege und Betreuung der Kleiderkammern entstehen. Auch die Lastwagen für Kleidersammlungen verursachen Kosten; wir zahlen dafür Steuern, Versicherungen und Betriebskosten. Außerdem finanzieren wir mit den Erlösen Hilfstransporte von Kleidung in Katastrophengebiete. Einen Teil der Erlöse müssen wir an das Finanzamt abführen - seit 1996 sind die Erträge nach Abzug der Kosten zu versteuern.Alles andere - und das ist für unsere Arbeit eine sehr wichtige Finanzierungsquelle - geben wir für unsere soziale und karitative Arbeit aus. Zum Beispiel für:
Schaffen Altkleider Arbeitsplätze in der 3. Welt?Der Handel mit importierten Textilien in afrikanischen Ländern blüht. Man schätzt, dass zum Beispiel über 90 Prozent der Ghanaesen gebrauchte Kleidung tragen. Immer wieder tauchen in den deutschen Medien Meldungen auf, in denen der Verkauf von Altkleidern an Second-Hand-Läden in Afrika kritisiert wird, da hierdurch Arbeitsplätze in der dortigen Textilindustrie gefährdet würden.Tatsache ist: In Afrika leben derzeit 13 Prozent der Weltbevölkerung, die Textilproduktion kann aber nur 2 Prozent des Welttextilmarktes versorgen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Altkleiderimporte sind von Land zu Land unterschiedlich. In manchen Ländern liegt die Wirtschaft durch Bürgerkrieg oder Naturkatastrophen am Boden - der Import von Gebrauchtkleidung ist somit unerlässlich. Andernorts ist die Zahl derer, die vom Gebrauchtkleidermarkt leben - Schneider, Händler, Näher - weitaus größer als das Arbeitsplatzangebot der örtlichen Textilindustrie. Auch gibt es Länder, in denen die Textilindustrie ein wichtiger Exportfaktor ist. Die produzierten Kleider und Textilien werden ins Ausland verkauft und erwirtschaften so einen weitaus höheren Erlös als der Verkauf im eigenen Land. Fazit:Die Struktur-, und Arbeitsplatzprobleme in der dritten, Welt sind vielschichtiger und komplexer, als dass man sie durch einen kurzfristigen Importstopp von Altkleidern lösen könnte.Das Deutsche Rote Kreuz kann als Hilfsorganisation die weltweiten Warenströme und den Welthandel nur bedingt beeinflussen. Aber - wir sind nicht machtlos. Unser Ziel lautet: Verwertung in Deutschland. Mit unseren Partnern und dank neuer Recycling-Verfahren haben wir erreicht, dass der größte Teil der gesammelten Kleider in Deutschland wiederverwendet werden kann. |